Infiziert - Ponyfiziert !


... war ich schon als kleines Mädchen.

 

Mit 12 Jahren bekam ich mein erstes eigenes Pony von meinen Eltern, einen Haflinger. Schnell lernte ich, was es bedeutete, täglich mit einem überaus charakterstarken Pony zusammen zu sein. Mein zweites Pferd, ebenfalls ein Haflinger, führte mich aufgrund seines noch viel spezielleren Charakters auf einen ganz besonderen Weg, nämlich jenen der Selbsreflektion, dem unermüdlichen Drang nach Antworten und entfachte in mir die Liebe zur Reitkunst und den Lehren der alten Meister.

 

Immer wieder stiess ich (vor allem auch bei namhaften Ausbildern) auf Unverständnis, wurde nicht ernst genommen und belächelt, mein Pferd wurde sogar schlecht geredet. Man sagte mir, ein Pony (und noch viel schlimmer: ein Haflinger!) sei es gar nicht wert, so viel Zeit in die Ausbildung zu investieren, da es durch seine Sturheit und nicht reitpferdetypischen Exterieurs sowieso nicht die Qualität eines «richtigen Pferdes» mitbringe. Für mich sind jedoch nicht spektakuläre Bewegungen oder besonders schwierige Lektionen das, was Reitkunst ausmacht, sondern ist es in meinen Augen die Kunst, JEDES Pferd im Rahmen seiner Möglichkeiten so weit zu fördern, sodass es Freude am gemeinsamen Miteinander hat und in seiner Erscheinung durch die Arbeit und die damit gewonnene Bewegungsqualität anfängt zu strahlen. Es ist die Symbiose zweier Individuen in völliger Einheit von Körper und Geist. Jedes Pferd ist es wert, dass man sich mit ihm auf diesen Weg begibt!

 

«Der schlimmste Feind der Pferde ist der Mensch mit seiner maßlos überheblichen Ignoranz, die er zudem noch für Tierliebe hält: Wäre diese echt, so hätte er sich doch längst auf die Socken gemacht, hätte gelesen, studiert, geritten, an sich und seinem Reiten gezweifelt, wäre von Lehrer zu Lehrer gezogen, bis zum Tage, an dem ein Pferd unter seinem Sattel ganz ohne absichtvolles Zutun "von selbst" spielerisch lockere Brillanz gezeigt hätte...»

Francois Robichon de la Gueriniere

 

 

 

Gerne gebe ich meine Erfahrungen an Menschen weiter, die sich für den Weg der Akademischen Reitkunst und pferdegerechten Umgang interessieren. Deshalb findet ihr unter den Rubriken Kursberichte und Blog zahlreiche Gedanken zu verschiedenen Themen. Ich bin jederzeit offen für Gedankenaustausch und freue mich, wenn ihr mir schreibt :)

 

Herzlichst,

 

Nicole