Das Leben ist kein Ponyhof...

.... oder doch?

 

 

 

Ponys und Kleinpferde bewegen mich schon seit meiner Kindheit. Nicht nur waren mir die Grosspferde im örtlichen Reitverein als junges Mädchen viel zu gross und explosiv, auch fühlte ich mich von den vorwitzigen Ponys viel mehr fasziniert, die es immer intelligent schafften, die Reitstunde mit allerlei Schabernack in ihrem Sinne zu gestalten. Mit 12 Jahren bekam ich mein erstes eigenes Pony von meinen Eltern, einen Haflinger. Schnell lernte ich, was es bedeutete, nun täglich mit einem überaus charakterstarken Pony zusammen zu sein. Mein zweites Pferd, ebenfalls ein Haflinger, führte mich aufgrund seines noch viel spezielleren Charakters zur Akademischen Reitkunst und durch seine Begeisterung für Zirkuslektionen entdeckte ich, was mit so einem Pony alles möglich ist, wenn man es zur Mitarbeit begeistern kann.

 

Immer wieder stiess ich (vor allem auch bei namhaften Ausbildern) auf Unverständnis, wurde nicht ernst genommen und belächelt, mein Pferd wurde sogar schlecht geredet. Man sagte mir, ein Pony (und noch viel schlimmer: ein Haflinger!) sei es gar nicht wert, so viel Zeit in die Ausbildung zu investieren, da es durch seine Sturheit und nicht reitpferdetypischen Exterieurs sowieso nicht die Qualität eines «richtigen Pferdes» mitbringe. Für mich sind jedoch nicht spektakuläre Bewegungen oder besonders schwierige Lektionen das, was Reitkunst ausmacht, sondern ist es in meinen Augen die Kunst, JEDES Pferd im Rahmen seiner Möglichkeiten so weit zu fördern, sodass es Freude am gemeinsamen Miteinander hat und in seiner Erscheinung durch die Arbeit und die damit gewonnene Bewegungsqualität anfängt zu strahlen.

 

«Zwei Geister müssen wollen, was zwei Körper können.»

(Bent Branderup)

 

 

Gerne gebe ich meine Erfahrungen an Menschen weiter, die sich für den Weg der Akademischen Reitkunst interessieren, und freue mich immer wieder über einen gemeinsamen Austausch. Selbstverständlich sind bei mir alle  Pferde - ganz egal welcher Rasse oder Grösse - willkommen, denn jedes Pferd kann mit einer individuellen und einfühlsamen Ausbildung lernen, sich ausbalanciert und mit Leichtigkeit zu bewegen und einen Reiter ohne Langzeitschäden zu tragen. Und vor allem: Jedes Pferd ist es wert, dass man sich mit ihm auf diesen Weg begibt!