Über mich

Kurz und knapp...

 

  • Nicole Uhlig.
  • Geboren am 7. Juli 1991 in Leipzig (D).
  • Seit 2012 in Graubünden (CH) wohnhaft.

Pferde und ich...

 

Meine «pferdische Karriere» begann – wie wohl bei den meisten – im örtlichen Reitverein. Ich fühlte mich aber nie wohl in der Massenabfertigung mit Abteilungsreiten, die Pferde waren teils unberechenbar und sauer geritten – ich bekam sogar Angst vor den Reitstunden. Ich ritt sodann mehrere Jahre auf Ponyhöfen, mal hier mal da. Mit 12 Jahren schenkten meine Eltern mir mein erstes Pony, die Haflingerstute Nikita, mit der ich eine tolle Zeit verbrachte. Ich kam zum Westernreiten, fühlte mich aber auch dort nicht so wohl, sodass ich mit meinem Pony mein eigenes Ding machte. Später ritt ich eine englische Vollblutstute, durch die ich zur Légèreté kam und die mich lehrte, dass auch sogenannte «schwierige Pferde» sich durch sachgemässes Training loslassen und dem gemeinsamen Miteinander öffnen können.

 

Neue Wege…

Zu dieser Zeit machte mich eine Freundin auf die Seite von Babette Teschen und Tania Konnerth aufmerksam. Der Longenkurs bzw. die Seite «Wege zum Pferd» eröffneten mir im wahrsten Sinne des Wortes einen völlig neuen Weg des Miteinanders mit dem Pferd. Ich begann, mich mehr und mehr mit der Biomechanik und dem Wesen Pferd an sich zu beschäftigen, es als gleichwertigen Partner an unserer Seite zu sehen.

 

Sternstunden …

2011 kaufte ich mir von meinem ersten gesparten Lehrlingsgehalt meinen Haflinger Stern. Dieses Pferd stellte mich vor viele unzählige Herausforderungen, ich merkte schnell, dass er irgendwie «anders» war als die Pferde, mit denen ich bisher zu tun hatte. Mitte 2012 zogen wir in die Schweiz um und Sterns eigentliche Ausbildung begann langsam. Ich longierte ihn nach dem Longenkurs und ich erclickerte mit ihm alle möglichen Zirkuslektionen. Leider erkrankte er an grünem Star und wurde auf dem rechten Auge blind.

 

Später begann dann auch seine Reitausbildung. Mir war klar: Ich wollte mein Pferd nicht «konventionell» ausbilden. Ich nahm Unterricht bei verschiedenen, teils namhaften Reitausbildern der klassischen Reitkunst und stellte immer wieder fest, dass meine Fragen nach dem WIE und WARUM unbeantwortet blieben oder die Antworten mir schlichtweg unlogisch waren. Zudem kam ich mir nicht ernstgenommen vor, da mein Pferd nicht als solches gesehen wurde, weil er eben kein Spanier, Warmblüter, sondern ein Haflinger war. Ein Pferd zweiter Klasse. Man sagte mir, er sei büffelig, schwer auszubilden, man ignorierte sein Wesen, man überging seine Ängste und seine körperlichen Fähigkeiten, man riet mir «da drüber zu reiten» und ihn «ranzunehmen». Irgendwann eines Tages explodierte mein Pferd und bockte mich mehrfach ab. Er zeigte mir deutlich, dass er SO nicht mehr wollte und nicht mehr konnte. Ich war auf dem Holzweg. Ein zertrümmerter Rückenwirbel erinnert mich heute jeden Tag daran, dass ich mein Pferd übergangen bin. Ich fühlte mich wahnsinnig mies, weil ich es so weit hatte kommen lassen, obwohl ich es doch eigentlich hätte besser wissen müssen.

 

Es folgte eine harte Zeit, Stern hatte gelernt, sich durch Losreissen und Bocken zu entziehen. Ich konnte nicht einmal mehr ruhig mit ihm Spazierengehen und bekam Angst vor meinem eigenen Pferd. Seine Blindheit trug noch ihren Teil dazu bei, dass wir zusammen immer unsicherer wurden.

 

Das muss auch anders gehen …

Ich begann, mich nach anderen Wegen umzusehen. Die Akademische Reitkunst war mir zwar ein Begriff, ich betrachtete oft voller Begeisterung die Bilder, welche den dänischen Grossmeister und seine Schüler mit ihren Pferden zeigten. Das Ganze schien für mich aber unerreichbar und irgendwie auch abgehoben.

Den ersten Kurs besuchte ich dann im Jahr 2015 bei Anja Hass als Theorieteilnehmer und war total begeistert von dieser feinen Kommunikation und ganz besonders von Anja und ihrem Pony! DAS wollte ich auch. Ich las auch regelmässig mit Begeisterung die Blogbeiträge von Anna Eichinger. Als in meiner Nähe ein Kurs mit ihr stattfand, nutzte ich die Gelegenheit und nahm mit Stern daran teil. Der Kurs war für uns zwar eine echte Herausforderung, dennoch fand ich die Art von Unterricht spannend, denn das erste Mal war nicht mein Pferd Schuld an irgendwas, sondern es wurde nach Lösungen gesucht, wie wir GEMEINSAM an etwas arbeiten konnten.

 

Mein Weg zur Akademischen Reitkunst…

Ich las anschliessend auch die Bücher «Akademische Reitkunst» und «Renaissance-Reiten nach Antoine de Pluvinel. Reiten wie die Könige» und übte mit meinem Pony zu Hause. Wenig später stiess ich durch Zufall auf eine nach den Grundsätzen der AR unterrichtende Trainerin. Mit ihr war ich endlich da angekommen, wonach ich immer gesucht hatte. Sie war die erste, die mich und mein Pony überhaupt richtig ernstnahm. Wir suchten gemeinsam nach Lösungen, um das Training auf Stern und seine Bedürfnisse anzupassen und ihm wieder Freude an der Mitarbeit zu geben. Durch diese Trainerin kam ich auch als Schülerin zur lizenzierten Bent Branderup Trainerin Sandra Mauer, die es mir ermöglichte, in ihrem Ausbilderteam einige tolle Erfahrungen zu sammeln.

 

Mehrmals im Jahr besuche ich mittlerweile Kurse mit der lizenzierten Bent Branderup Trainerin Anna Eichinger und freue mich sehr, dass sie mich und Stern auf unserem weiteren Weg nunmehr so toll begleitet! 

 

 

Heute bilde ich mich bei verschiedenen Trainern der Akademischen Reitkunst weiter, besuche regelmässig Fachdiskussionen, Seminare und Kurse der Akademischen Reitkunst und anderer  ganzheitlichen Themen (Haltung, Fütterung, Hufe, etc.).